Religion

Viele Themen im Fach Religion berühren direkt das Alltagsleben der Jugendlichen. Deshalb gehört praxisnaher Unterricht gerade in diesem Bereich zu den wirkungsvollsten Angeboten.

Julia Oberhauser berichtet über den Besuch bei einem Bestatter

Unter dem Motto „Meine letzte Reise“ besuchten wir im Rahmen unseres Religionskurses des 11. Jahrganges die Ausstellung des Kunstprojektes von Bestatter Fritz Roth im Anton-Heinen-Haus. Dieser hatte an Alte und Junge, Männer und Frauen, bekannte und unbekannte Persönlichkeiten Koffer verschickt, mit der Bitte, ihren Koffer für die letzte Reise zu packen.

Zuvor haben wir uns im Unterricht die Frage gestellt: „Was würdest du mit auf deine letzte Reise nehmen?“

  Besuch beim Bestatter
Da wir alle auf verschiedenste Ideen kamen, waren wir gespannt auf die Antworten der vierzig ausgestellten Koffer der Prominenten. Jeder dieser Koffer beinhaltete eine eigene, individuelle Antwort auf jene Frage.
Am Anfang wies uns ein Mitarbeiter des Hospizvereines Bergheim ein und erläuterte die Entstehungsgeschichte der Ausstellung. Er gab uns noch den Hinweis mit auf den Weg, auch die Fotos der jeweiligen Person zu betrachten und den Hintergedanken, welche auf einem Zettel am Koffer standen, zu lesen.
Es lag eine beklemmende Stimmung im Raum, als wir die Koffer betrachteten. Einige der Schüler waren tief betroffen, da in ihnen Erinnerungen an Erfahrungen mit dem Tod geweckt wurden.
  Bei einigen Koffern gab es aber auch etwas zu lachen: So wollte der Kaberettist Jürgen Becker endlich in Ruhe Alkohol und Zigaretten genießen, weil sie auf seiner letzten Reise nicht mehr seiner Gesundheit schaden könnten!  Anschließend trafen wir uns in einem separaten Raum um die Eindrücke zu besprechen und unsere Meinungen auszutauschen. Eine Schülerin berichtete: „Ich fand die Unterschiede gravierend. In einem der Koffer waren nur Spiegel angebracht und in dem anderen ein ausgestopftes Schwein und dessen Eingeweide.“ Viele, die sich vorher nicht mit dem Thema Tod auseinander gesetzt haben, wurden nachdenklich. Auch wurde uns der Zusammenhang von Leben und Tod, die Frage nach dem Sinn des Lebens bewusst. Alle nahmen viele neue Gedanken mit nach Hause.