Rechtsradikalismus in der Musik - Vortrag in der Schule 2010

Rechtsradikalismus in der Musik war Thema eines Vortrages, den der Historiker H.J. Stockschläger im Auftrag der Friedrich Naumann Stiftung an der Gesamtschule Bergheim für die 10. Klassen hielt.
Zu Beginn seines Vortrages räumte er mit dem Klischee vom glatzköpfigen Rechtsradikalen mit Bomberjacken und Springerstiefeln auf.

Heute hätten rechte Gruppierungen erkannt, dass ein unauffälliges Auftreten viel nützlicher sei. Um Jugendliche an rechtradikales Gedankengut heranzuführen, habe sich seit Anfang der 90er Jahre die Musik als erfolgreichste Werbestrategie erwiesen. Die Verbreitung entsprechender Musik sei sehr hoch. Erstaunt waren die Schüler über die große Spannbreite rechtsradikaler Musik auf. Techno, Punk, Metall, Rock, Rap aber auch Balladen spielte er den Schülern vor. Themen seien Probleme mit Eltern, Freunden oder im Beruf. Häufig wurden der Staat und die demokratischen Politiker verurteilt, die kein Interesse an den Problemen der Jugendlichen hätten. Häufig erst beim genauen Hinhören wurden die z.T. menschenverachtenden Inhalte deutlich, insbesondere in den einfachen und sehr einprägsamen Refrains. Die Angst vor Fremden wird geschürt, einfache Schuldzuweisungen auf verschiedene Gruppen gesucht. Stockschläger erläuterte, dass in diesem Zusammenhang seit 2001 der Antisemitismus wieder sehr zugenommen habe. Andererseits versuchen rechte Gruppen das Lebensgefühl der Jugendlichen zu treffen, indem sie über Feiern/Party, Alkohol und Fußball singen.

In Gesprächen mit den Jugendlichen arbeitete Stockschläger die Motive heraus, warum viele Jugendliche diese Musik hören: Neugier, die Möglichkeit zu provozieren, der Reiz des Verbotenen und ein humoriges Auftreten ( Zillertalertürkenjäger)  und letztendlich die kostenlose Verbreitung von CDs.
Die NPD habe eine sogenannte Schulhof CD entwickelt, die nicht gegen das Grundgesetz verstoße, aber in einfachen Parolen Jugendliche zur Rebellion gegen die Demokratie auffordere.

Auf die Frage, wie man sich den verhalten solle, forderte Stockschläger die Jugendlichen auf, die CD entweder anzunehmen und zu zerstören oder sie Lehrern zu übergeben und ein kritisches Gespräch über die Inhalte zu suchen.

Immer wieder betonte Stockschläger die Bedeutung der Grundrechte insbesondere das Recht auf Leben und  auf freie Entfaltung. Dementsprechend appellierte er an die Jugendlichen, sich aktiv für die Demokratie einzusetzen und nicht auf simple Lösungswege hineinzufallen: „Auf schwierige Fragen gibt es keine einfachen Antworten“.