Latein

Schwerter, Brot und Spiele!

Wenn Schüler aus der Klasse 12 an einem Sonntag freiwillig vor acht Uhr aufstehen, dann muss schon etwas sehr Großes und Vielversprechendes passieren. Aber was hat uns da am 13. Mai 2018 so früh aus dem Bett gerissen?

Xantenartikel_Bild_1.jpgGanz vorne mit dabei, wir Schüler aus dem Lateinkurs von Frau Einck, aber auch ein paar andere, interessierte Schüler sind mit uns gekommen zu den Römertagen 2018 in Xanten. Treffen um 8:00 auf dem sonntäglich ausgestorbenen Aldi Parkplatz in Stommeln. In einer Autokolone, ausgestattet mit einem Walkie-Talkie pro Wagen, ging es dann Richtung ‚Rom‘.

Noch auf dem Parkplatz vor dem Freilichtmuseum Xanten, wurde die große Ausbeute an Verpflegungsmaterialien in den Kofferräumen begutachtet. Frische Brötchen, Aufschnitt, Obst und sogar heißer Kaffee wurde zur Stärkung verteilt, bevor wir uns ins alte Rom begaben.

Mit jedem Schritt, den wir auf dem Gelände tätigten, stiegt die Euphorie und kaum hatten wir die ersten Lager passiert, gab es kein Halten mehr. Jeder römische Legionär wurde um ein Foto gebeten, es wurden Handwerkskünste bestaunt und wir ließen uns in die faszinierende Welt der alten Würfelspiele einweisen. Ein bisschen Zeit blieb uns noch um uns an die Atmosphäre zu gewöhnen, bevor wir voller Eifer Richtung Arena stürmten um den ersten Gladiatorenkampf des Tages zu bestaunen. Das sollte aber nur der Vorgeschmack sein.

Xanten_Bild_2.jpgDas Programm hatte für alle etwas zu bieten. Ob Weben und Spinnen für Anfänger, Schmuck-herstellung mit alten Werkzeugen oder die Schwertkämpfe, alles durfte ausprobiert und angefasst werden. Nach gut einer Stunde hatte man nicht mehr das Gefühl im kalten, tristen Xanten unterwegs zu sein, aus dem wir wohlgemerkt trotz Nieselregen und Wolken fast alle mit Sonnenbrand nach Hause gekommen sind. Was ich sagen wollte, mit dem Betreten des Freilichtmuseums, begaben wir uns auf eine spannende Zeitreise, 2000 Jahre in die Vergangenheit. Zum Nachmittag hin, erstürmten wir den hinteren Teil des Geländes, denn dort sollte in Kürze der Aufmarsch aller anwesenden Truppen stattfinden und originale Kampfformationen vorgeführt werden. Als wir ankamen, war leider schon alles überfüllt, der Blick auf die Wiese blieb uns verwehrt. Aber wir sind ja intelligente Schüler und wir können auch um die Ecke denken, oder in diesem Fall einfach um die Ecke laufen, denn auf der anderen Seite des abgesteckten Kampfplatzes wartete eine leere, grüne, einladende Wiese auf uns, auf der wir uns niederließen und bei einem ausgiebigem Picknick das Geschehen verfolgen konnten. Frau Einck steuerte immer wieder interessantes Hintergrundwissen bei und so konnten wir den Tag mit einem kleinen Lernerfolg verzeichnen. Wir lernten beispielsweise verschiedene Kampfstrategien und Formationen, wie die weltberühmte Schildkröte, und konnten zeitgleich dabei zusehen wie einer der Soldaten auf dem Schilderwall herumspazierte.

Xanten_Bild_3.jpgDer eigentliche Höhepunkt des Tages sollte aber noch kommen. Ein richtiger Gladiatorenkampf auf dem Boden des antiken Amphitheaters. Wir trafen früh ein und konnten uns ganz oben gemütliche Plätze suchen (Also so gemütlich wie es halt auf einer kalten Steintreppe so ist). Die Stimmung? Noch nicht gut genug für uns und so beschlossen wir mal ein bisschen gute Laune in die Arena zu bringen bevor die Kämpfe begannen. „Lasst uns doch eine La Ola-Welle machen“, schlug jemand vor und daraufhin lernten wir von Frau Einck, dass La Ola-Welle übersetzt Welle-Welle heißt und deshalb wurde der Vorschlag abgewandelt: „Lasst uns doch eine La Ola machen“. Obwohl haben wir nicht zwei Artikel in den Satz eingebaut? Aber egal, die Idee war geboren und wir starteten sehr motiviert. Leider macht eine La Ola mit 14 Leuten nicht so viel Spaß wie erhofft. Die Arena füllte sich langsam und wir machten uns immer noch gute Laune. Die ersten Leute schauten schon zu uns herüber und die zweite Idee war geboren. „Lasst uns doch eine La Ola machen, bei der alle mitmachen“ Hmmm. Ob das funktioniert?

 Nach einigen Anläufen schafften wir es zumindest, dass unser Rang unseren Plan kapierte. Also nochmal und nochmal und noch einmal schickten wir eine La Ola von unseren Plätzen aus und wir hätten es fast nicht für möglich gehalten, aber nach einer guten Viertelstunde vergebener Mühe, kam die La Ola doch tatsächlich wieder bei uns an. Voller Euphorie schickten wir sie direkt in die zweite Runde und wir schafften dreieinhalb Runden die La Ola am Laufen zu halten, bevor der Moderator der Veranstaltung unten in die Arena eintrat.  Die Stimmung bei uns war grandios. Es kämpften immer zwei Gladiatoren gegeneinander. Von einem der beiden wurden wir spontan zum Fanclub. Wir setzten zwar meist auf den Falschen, aber das war nicht schlimm.

Die Kämpfe waren zu Ende und wir hatten alle keine Stimme mehr. Also noch einmal über den Platz laufen, die Römerluft einatmen und dann können wir zurück.

Xanten_Bild_4.jpgAber Moment Mal. Ist das da vorne ein Hüpfkissen? Da müssen wir hin! Und so dauerte es keine zehn Minuten bis dreizehn Oberstufenschüler*innen und eine Lateinlehrerin mit den sechsjährigen auf dem großen Luftkissen herumsprangen, Fangen spielten und sich gegenseitig in die Höhe hüpften. Spätestens nach dieser aufregenden Aktion, waren wir alle ziemlich müde. Das hielt uns aber nicht davon ab, den Französischen Schülerinnen noch eine Packung Käse anzubieten. Und wenn du wissen möchtest, was es mit dem Käse auf sich hat, dann komm doch einfach mit, wenn es in zwei Jahren wieder heißt: „Schwerter, Brot und Spiele! Auf zu den Römer Tagen in Xanten“

Clara Schumann, Okt.2018

https://apx.lvr.de//de/ihr_besuch/veranstaltungen_1/roemerfest/roemerfest.html

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