Aus Brauweiler, Hüchelhoven und Königsdorf
fahren rund 580 Schüler der Unterstufe täglich zur Gesamtschule
Bergheim. Beschmierte Sitze und Rangeleien bleiben da natürlich nicht
aus. Ehrenamtliche Schulbusbegleiter sollen das in Zukunft verhindern.
Am Freitag erhielten 16 Schülerinnen und Schüler
ihre Ausweise und werden jetzt offiziell für mehr Sicherheit und Ruhe
in den Bussen sorgen. Ende Oktober hatte das Gemeinschaftsprojekt der REVG,
der Stadt Bergheim, der Polizei und der Gesamtschule begonnen. Rund drei
Monate lang trafen sich die Schüler einmal wöchentlich zum Theorieunterricht.

„Im Anschluss daran habe ich rechtliche Fragen beantwortet
und Themen wie Zivilcourage und ehrenamtliches Arbeiten besprochen“, berichtete
Silke Engelmann, Kriminal-Oberkommissarin des Kommissariats „Vorbeugung“.
Besonders wichtig sei aber auch die „Live-Übung“ gewesen. Bei einer
Busfahrt mussten die 14 -16-Jährigen ihre Wirkung auf die Mitschüler
testen.
Völlig neue Probleme und Herausforderungen seien
dabei auf die Schüler zugekommen berichtete Brigitte Lindner Deutsch-
und Englischlehrerin. Sie hatte sich für das Projekt als Fachlehrerin
ausbilden lassen. „Rauswerfen oder beschimpfen dürfen wir natürlich
niemanden“, erklärten die Schüler. Denn trotz der Pflichten haben
auch die Busbegleiter Regeln zu befolgen. „Die Schüler sollen keine
Hilfs-Sheriffs sein, sondern an die Vernunft ihrer Mitschüler appellieren“,
sagte Lindner. Im Notfall sei der Busfahrer zu alarmieren.
Für alle Teilnehmer scheint das Projekt ein Erfolg.
„Im Theorieunterricht haben sich die Schüler hervorragend gemacht“,
berichtete Engelmann. Dass die Schüler ihre Freizeit freiwillig opfern,
sei nach Meinung von Lindner beachtlich. Auch die Busbegleiter selbst sind
zuversichtlich: „Früher oder später werden uns unsere Mitschüler
schon ernst nehmen“, meinte Schülerin Daniela Schmitz.
(Artikel aus der kölnischen Rundschau) |