Ausflug der Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase zur NS-Ordensburg Vogelsang

Bei herrlichem Sonnenschein beendeten die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase ihre Projektwoche  am Freitag, dem 8.10.2021 mit einer Fahrt in den Nationalpark Eifel. Der Ausflug zu der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang war für die Schülerinnen und Schüler ein besonderes Erlebnis.

Nach einer größtenteils noch recht schläfrigen Hinfahrt, waren alle von der Atmosphäre am Ausflugsort beeindruckt. Wir standen über den Wolken. Wie wir in der Führung später lernten, lagen die Gebäude aufgrund einer sogenannten "Inversionswetterlage" über einer dicken Nebelschicht. Erst im Laufe des Vormittages lösten sich die Wolken auf und wir hatten eine klare Fernsicht auf die Urfttalsperre und den herbstlichen Nationalpark Eifel. (Info zu Inversion: https://www.wetteronline.de/wetterlexikon/inversion)

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Die NS-Ordensburg wurde von den Nationalsozialisten in der Eifel errichtet. Sie diente dazu junge Männer zu Führungskräften für die NSDAP auszubilden. Mit einer Fläche von mehr als 50.000 Quadratmetern (das sind mehr als 7 Fußballfelder!) zählen die Gebäude heute zu den größten Bauwerken der Nationalsozialisten in Deutschland.

Bei den anschließenden Führungen erfuhren wir viel über die Hintergründe der ehemaligen Ordensburg und bekamen Berichte aus dem Alltag der Menschen, die dort lebten und ausgebildet wurden. Dass einige dieser "Führungskräfte" nach ihrer Ausbildung tausende Menschen haben ermorden lassen, war schockierend und für die meisten von uns  schwer vorstellbar.

Beim begleiteten Rundgang auf dem Gelände wurde schnell deutlich, welchen Einfluss die Architektur und die sogenannte "Propagandakunst" auf den Einzelnen hatte.  Es war ein besonderes, teilweise bedrückendes Erlebnis, an diesen originalen Schauplätzen zu stehen und die riesigen Statuen und Bilder zu sehen, zu denen die Menschen unweigerlich "aufschauen" mussten.

Nach einer Mittagspause im Sonnenschein, gab es drei Optionen, den Nachmittag zu verbringen. Eine Gruppe informierte sich im Museum über das Menschenbild der Nationalsozialisten und die Geschichte der Ordensburg, während eine zweite Gruppe die Erlebnisausstellung "Wildnis(t)räume" des Nationalpark-Zentrums anschaute und überaus erfolgreich an einem Quiz zum Thema teilnahm. Der größte Teil der Gruppe startete zu einer ambitionierten Wanderung zu dem verlassenen Dorf Wollseifen und kehrte schnaufend, aber überaus fröhlich nach 2 Stunden zurück.

Auf der anschließenden Heimfahrt bot die kurvenreiche Ausweichstrecke noch einige schöne Ausblicke und die Eifel zeigte sich von ihrer besten Seite. Wir alle konnten Geschichte an diesem Tag anders erleben und starten mit vielen Eindrücken und neuen Erkenntnissen in die Herbstferien.  

Und hier noch ein paar Eindrücke:

"Mir hat die Führung über das Gelände sehr gefallen, da es für mich
beeindruckend gewesen ist, wie riesig die Gebäude sind. Außerdem war es auch sehr unheimlich, dass wir an Stellen standen, an denen auch Adolf Hitler gestanden hat.

Im Museum habe ich mir Interviews von ehemaligen Schülern der Schule angehört und Reden von Adolf Hitler, die meistens nur daraus bestanden, dass Deutschland das beste und stärkste Land sein soll. Sport spielte eine große Rolle an der Schule und die Menschen hatten dort außerdem keine Privatsphäre."

"Sehr interessant war es auch den Sportbereich zu sehen [...] Sie wurden im Boxen, Schwimmen, Krafttraining und Reitsport ausgebildet. Das Reiten musste gelernt werden, damit  [sie] die Kontrolle über die Menschen [erlernten]. Man dachte, wenn man eine „Kreatur“ kontrollieren kann, kann man das bei den Menschen noch besser. "

"Mir persönlich hat am meisten Gefallen zu hören, wie die Leute ausgebildet wurden [...] jeder, der rausgeworfen wurde oder abgebrochen hat, wurde als Schande abgestempelt."

" [...] Am interessantesten fand ich persönlich die Kleidung, die von den damaligen Soldaten [in den Vitrinen] hing, sodass man sie so gut angucken konnte. Gelernt habe ich viel über die Geschichte [...und weiß jetzt mehr] als davor, weil ich jetzt mehr als nur das Grundwissen habe."

" [...] Man konnte sehr viel von Zeitzeugen (ehemaligen Schülern) erfahren, indem man Interviews angehört hat. Was ich [auf dem Gelände] sehr spannend fand war die Statur des Mannes mit der Fackel in der Hand [...]."

"Es war eine sehr spannende und informative Führung, die sich gelohnt hat. Uns wurde die Elite-Schule der Nazis gezeigt und zum Beispiel erklärt, dass Frauen dort als Köchin arbeiten durften, dann aber direkt wieder gehen mussten, weil [Frauen auf dem Gelände] nicht gestattet waren.
Außerdem habe ich später im Museum gelesen, dass die Uniform der Nationalsozialisten eine sehr wichtige Rolle spielte und [sie] ständig neue Variationen für ihre Nebenorganisationen [entwickelten].

"Was ich auch interessant fand, waren die Unterkünfte, in denen die früheren Schüler untergebracht waren und generell deren Tagesablauf, der sehr hart war, da er überwiegen von Sport und Hitlers Ansicht geprägt war, sodass die Menschen an sich keine Freizeit hatten."

zum Thema "Wildnis(t)räume:

"In der Ausstellung „Wildnis Träume“ im Forum Vogelsang, konnten wir uns verschiedene Lebensräume und deren Bewohner genauer ansehen. Außerdem gab es zum Beispiel einen dunklen Raum, in dem auf außergewöhnliche Weise die verschiedenen Jahreszeiten veranschaulicht wurden."

"Uns hat gefallen, dass wir eine bestimmte Aufgabe hatten [...] Wir mochten die verschiedenen Möglichkeiten etwas über ein Thema herauszufinden. Der Film und allgemein das Thema rund um den Biber hat uns sehr gefallen."

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