Industriegeschichte am Beispiel von Essen

„Was für riesige Hammer!“, staunend sehen sich Schüler*innen in einem Werkraum der Zeche Zollverein um. Hier lagern gigantische Werkzeuge, mit denen Maschinen, Transportbänder und Förderwagen der Zeche und Kokerei bis 1986 gewartet wurden. 

indurstrie.jpgDieser Raum ist Teil der Führung auf dem Denkmalpfad Zollverein Essen, den die Q1 im Sommer 2019 im Rahmen des Geschichts- und Erdkundeunterrichtes unternommen hat. In den Übertageanlagen von Schacht XII wurden die Schüler*innen von der Schachthalle, in der früher die Kohle ankam, durch die Sieberei bis zur Kohlenwäsche, wo die Kohle aufbereitet und anschließend verladen wurde, geführt. Neben vielen technischen Details standen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter im Vordergrund: Uns allen wurde anschaulich die Belastungen durch den enormen Lärm, den Schmutz und die Gefahren der riesigen Maschinen vor Augen geführt.

 

indurstrie2.jpegDer zweite Teil der Exkursion führte zur Villa Hügel, die von 1873 bis 1945 das Wohnhaus der Unternehmerfamilie Krupp war. Größer konnte der Kontrast zu den Lebensbedingungen der Arbeiter kaum sein: Mit ihren 269 Räumen inmitten eines 28 Hektar großen Parks über dem Baldeneysee gelegen, ist sie Zeichen für den enormen Reichtum einiger Fabrikanten zur Zeit der Industrialisierung Deutschlands. Besonders imposant ist die beeindruckende Eingangshalle, in die drei Einfamilienhäuser passen würden. Für die Bewirtschaftungen des Hauses und des Parks wurden bis zu 700 MitarbeiterInnen benötigt! In den Führungen wurde einerseits auf das soziale Engagement der Familie Krupp hingewiesen. So finanzierte Margarete Krupp z.B. Wohnsiedlungen und ein Krankenhaus. Andererseits erfuhren wir von den Verstrickungen der Krupps als Rüstungsproduzenten in den Weltkriegen.

Am Ende des Tages - wenn auch etwas erschöpft von den vielen interessanten Eindrücken und Informationen - waren sich doch die meisten Schüler*innen einig: Eine großartige und informative Exkursion, die die Zusammenhänge von Industriegeschichte, Politik und Sozialgeschichte anschaulich zeigte.

Wir möchten uns bei der Stiftung Denkmalschutz bedanken, die die Fahrtkosten übernommen hat und bei der Bohlen-Halbach Stiftung, die den Eintritt zur Villa Hügel finanzierte.

Elisabeth Amling